Fachbeschreibung Ethnologie

Die Ethnologie ist eine allgemeine und vergleichende Sozial- und Kulturwissenschaft. Sie befasst sich mit der Vielfalt menschlicher Lebensweisen und beschreibt ihre Ähnlichkeiten und Unterschiede.

Eine moderne Ethnologie versteht die von ihr untersuchten sozialen Gruppen und Gesellschaften nicht als isoliert, sondern in regionale und globale politische, ökonomische und kulturelle Prozesse eingebunden. Darum untersuchen EthnologInnen heutzutage nicht nur aussereuropäische, ländliche Gesellschaften, sondern auch Prozesse der Migration, Urbanisierung, Globalisierung und kulturellen Vermischung.

Die ethnologische Perspektive und Methodik ist dabei nicht nur bei der Erforschung lokaler Gemeinschaften (z. B. Subkulturen, Vereine, Sekten, Unternehmen, ethnische Bewegungen) erkenntnisreich, sondern auch bei der Untersuchung transnationaler Netzwerke in Industriegesellschaften.

Weiterhin setzt sich die Ethnologie kritisch mit der kulturellen und gesellschaftlichen Bedingtheit der "eigenen", europäischen Lebens- und Denkweise auseinander. So leistet Sie einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Verständnis in einer Welt, die immer stärker vernetzt ist.

Die wichtigste Forschungsmethode des Faches ist die teilnehmende Beobachtung.Die ForscherInnen halten sich zu diesem Zweck für einen längeren Zeitraum bei der zu untersuchenden Gruppe auf, erlernen ihre Sprache, nehmen ihre mündlichen Traditionen auf und dokumentieren ihre ökonomischen, sozialen, politischen und religiösen Praktiken und Vorstellungen. Die Teilnahme am Alltags- und Gemeinschaftsleben ermöglicht es, eine fremde Kultur von innen heraus zu verstehen.

Diese klassische Feldforschungsmethode wird durch weitere Methoden ergänzt, wie z. B. statistische Erhebungen, Interviews, Erstellen von Genealogien, Auswertung schriftlicher Quellen, audiovisuelle Aufzeichnungen oder Netzwerkanalysen. Heutzutage muss ethnologische Forschung multilokal und mindestens so mobil, wie diejenigen Menschen sein, die Gegenstand der Untersuchungen sind.

Mit ihrem abwechslungsreichen Lehrprogramm trägt die Ethnologie in Mainz zum einen der Vielfalt des Faches Rechnung und berücksichtigt zum anderen die zahlreichen innovativen Tätigkeitsbereiche für Ethnologen.

Die zwei "`klassischen"' Berufsfelder für EthnologInnen sind Universitäten und Museen. Die Abschlüsse Magister Artium und Dr. phil., die in Mainz erworben werden können, sind unabdingbare Voraussetzung für eine Laufbahn in diesen Bereichen. Die Stellen an Museen und Universitäten sind allerdings rar. Für EthnologInnen haben sich in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl an neuen Berufsfeldern eröffnet, sie sind bspw. in der Entwicklungszusammenarbeit, in Projekten mit MigrantInnen, im Bereich der Kulturvermittlung, in der Öffentlichkeitsarbeit, in Verlagen und anderen Unternehmen, sowie als JournalistInnen beschäftigt.

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